Mitglieder des 9. Landesschülerbeirats:
Tim Gerrits
Lerchenweg 1
71573 Allmersbach im Tal
07191 56579
0157 73564963
Selman ÷zen
Nuflbaumweg 20
71665 Vaihingen an der Enz
07042 24665
0173 7965409
Mitglieder des 8. Landesschülerbeirats:
Mehr Verantwortung für die Schülermitverantwortung
Ein Interview mit den beiden neuen LSBR-Vertretern der Gymnasien im Regierungsbezirk Stuttgart.
Der Schülernachrichtendienst (SND) feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum und zeigt damit, dass die Idee, die hinter dem SND steckt, erfolgreich ist: SMV’ler vernetzen, den Austausch fördern und vor allem den Kontakt zum Landesschülerbeirat herstellen. Deshalb ist es eine lange Tradition, dass die LSBR-Vertreter der Gymnasien aus dem Regierungsbezirk Stuttgart an den SND-Sitzungen teilnehmen, aus der aktuellen Bildungspolitik berichten und über ihre Arbeit informieren.
Für den 8. Landesschülerbeirat, der im April 2008 seine Arbeit aufnimmt, sind Max Träger (15) vom Christoph-Schrempf-Gymnasium in Besigheim und Simon Kübler (18) vom Neuen Gymnasium in Stuttgart-Feuerbach gewählt worden. Im Interview erzählen sie von ihrer bisherigen SMV-Arbeit und ihren Plänen für den Landesschülerbeirat:
Wie lange seid ihr schon in der SMV aktiv?
Simon: Ich bin schon seit acht Jahren mit dabei. Gleich in der fünften Klasse bin ich zur SMV gekommen und seitdem dabeigeblieben. Ich hab dort an vielen Projekten und Veranstaltungen mitgearbeitet, außerdem bin ich jetzt schon im dritten Jahr Schülersprecher.
Max: Bei mir sind es erst fünf Jahre SMV-Erfahrung, aber ich bin ziemlich schnell zum SND und in Kontakt zum LSBR gekommen. Mich hat mein damaliger Schülersprecher Jochen König mitgenommen, er war im 4. LSBR und auch eine Zeitlang Vorsitzender des SND. Auch zu seinen Nachfolgern im LSBR und im SND hatte und habe ich immer noch sehr guten Kontakt. Obwohl die alle viel älter waren als ich, haben sie mich immer gleichberechtigt in alle Projekte und Aktionen einbezogen. Da hab ich schon viele Erfahrungen mit der überregionalen SMV-Arbeit machen können.
Was hast du zusammen mit dem LSBR und im SND schon so alles auf die Beine gestellt?
Max: Ich war bei vielen Landesschülerkongressen dabei und hab zusammen mit anderen SMV’lern den LSBR vor Ort unterstützt – beim LSK in Rust im November 2007 hab ich zum Beispiel eine der Workshop-Locations betreut und mit dem Gepäck geholfen. Ich war außerdem im Redaktionsteam für das neue SMV-Handbuch für Baden-Württemberg, das der LSBR und der SND zusammen herausgegeben haben. Und der SND macht natürlich eigene Projekte: zum Beispiel den Charity-Kick während der Fußball-WM im Sommer 2006, das SMV-Zertifikat das offiziell vom Regierungspräsidium anerkannt wurde oder die SMV-Kongresse in Stuttgart und die Seminare in Bad Boll zusammen mit den SMV-Beauftragten.
Das ist ja wirklich schon eine ganze Menge! Und am Anfang bist du über einen Freund zum LSBR gekommen?
Max: Genau, Jochen war auf der gleichen Schule wie ich. Ohne ihn wär das nicht passiert.
Simon, wie bist du zum LSBR gekommen?
Simon: Das erste Mal hab ich vom LSBR gehört, als wir vor etwa zwei Jahren die Einladungen zur Wahl des 7. Landesschülerbeirats bekommen haben. Kurz darauf – im März 2006 – war ich dann auf dem LSK in Sindelfingen und hab mich immer mehr für bildungspolitische Themen interessiert. An meiner Schule hab ich zum Beispiel an der Leitbildentwicklung und dem Schulprofil mitgearbeitet, weil das auch eines der Themen am LSK war. Und als nun wieder die Einladung zur Wahl kam, hab ich mir gedacht: „Da will ich unbedingt hin!“.
Werden diese bildungspolitischen Themen für dich auch ein Schwerpunkt bei der LSBR-Arbeit sein?
Simon: Ja, auf jeden Fall. Die Qualitätsentwicklung ist für die Schüler eine riesige Chance, um sich einzubringen und die Schule richtig mitzugestalten. Das heißt für mich aber nicht, dass sie nur von Zeit zu Zeit mal einen Fragebogen vorgelegt bekommen. Die Schüler sollen vor allem an der Konzeption beteiligt werden: gemeinsam mit Lehrern und Eltern Themen benennen, die Evaluation vorbereiten und auswerten, und dann auch Lösungsvorschläge machen und umsetzen.
Was habt ihr beiden euch außerdem noch für den LSBR vorgenommen?
Simon: Ich werd mich dafür einsetzen, dass die Schülermitverantwortung auch tatsächlich Verantwortung übernehmen darf. In vielen Schulen muss sich die SMV auf Feste und Veranstaltungen beschränken, die eigentliche Interessensvertretung spielt keine so große Rolle. Die SMV sollte aber ein Mitentscheidungsgremium sein, das auch tatsächlich was zu sagen hat, wenn es um die Schüler geht. Wenn die Entscheidungen immer von anderen getroffen werden – und die Regeln immer nur von den Lehrern gemacht werden – dann frustriert das die Schüler und sie können sich auch nicht mit ihrer Schule identifizieren. Gerade in der Schulkonferenz ist das ein Problem, dort haben die Schüler noch immer keinen echten Einfluss.
Max: Ich finde, der LSBR sollte sich mehr in die Diskussion um unser Bildungssystem einmischen. Zur Dauer der Grundschulzeit und zum dreigliedrigen Schulsystem gibt es noch kein richtiges Positionspapier. Da sollten wir schnell einen Standpunkt finden und den dann auch offensiv in der Öffentlichkeit vertreten. Aber auch andere Themen könnte man noch offensiver ansprechen und durch mehr Öffentlichkeitsarbeit auch Druck aufbauen, gerade was die Mitspracherechte der Schüler in der Schule angeht. Aber der LSBR muss auch ganz konkret für die SMV’en da sein: den Kontakt zu den Schülern suchen, Informationen zur Verfügung stellen, den Ideenaustausch fördern und Kongresse veranstalten. Ich werd immer ein offenes Ohr haben für die SMV’ler, ich hoffe, dass sie auch auf uns zukommen werden.
Als LSBR’ler habt ihr ja gleich eine ganze Menge mehr Arbeit: zu den Sitzungen des LSBR gehen, Projekte vorbereiten, an Veranstaltungen teilnehmen und für die SMV’ler aus eurem Regierungsbezirk da sein. Freut ihr euch trotzdem auf die Aufgabe?
Simon: Ja, ich freu mich drauf! Ich seh das nicht so sehr als Belastung – ich glaube das macht auch eine ganze Menge Spaß. Schon allein einen landesweiten Schülerkongress mit über 700 Teilnehmern auf die Beine zu stellen: das ist eine tolle Sache und eine super Erfahrung.
Max: Mir geht’s genauso. Ich freue mich wirklich über die Wahl und bin glücklich, da dabei sein zu können. Ich denk auch, dass man im LSBR vieles lernt und erfährt, was einem die Schule einfach nicht bieten kann. Und ich hoffe, dass der neue LSBR schnell in die Arbeit reinfindet und zu einem guten Team wird. Dann können wir viel erreichen.
Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für die LSBR-Arbeit.